Im Februar 2026 sind wir zu zweit auf Besuchsreise in Chiapas, Mexiko, gemeinsam mit einer Person von der Kollektiven Kaffeerösterei La gota negra und zwei weiteren Kollektiven aus dem Red Pro Zapa Netz aus Italien und der Schweiz, die ebenfalls Kaffee der Zapatistas importieren.
In den nächsten Wochen besuchen wir die Kaffeekooperativen Yachil und Yochin, von denen wir unseren zapatistischen Kaffee, beziehen sowie solidarische Gruppen und Organisationen, die vor Ort aktiv sind.
In der nächsten Zeit werden wir hier immer mal wieder kurz etwas von uns hören lassen.

„Hay que globalizar la solidaridad“ – die Solidarität muss globalisiert werden
Am Mittwoch, den 4.2., haben wir das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas besucht. Dieses wurde 1989 als Anlaufstelle für indigene Menschen gegründet, um sie über ihre Rechte aufzuklären und diese auch durchzusetzen. In den 80er Jahren war die indigene Bevölkerung, insbesondere in der Stadt San Cristóbal de las Casas, massiver gesellschaftlicher Diskriminierung und Ausbeutung ausgesetzt. So war es „normal“, dass sie den Gehweg verlassen mussten, wenn ihnen eine nicht indigene Person entgegen kam. Auch gegen direkten Blickkontakt gab es gesellschaftliche Verbote. Seither, insbesondere durch den Aufstand der Zapatistas 1994, hat sich viel geändert,
Menschenrechtsverletzungen wie Verschwindenlassen, Landvertreibungen, willkürliche Festnahmen kommen jedoch weiterhin häufig vor. Das FrayBa dokumentiert diese, begleitet die Betroffenen und entsendet seit 30 Jahren Beobachter*innen in von Vertreibung und Gewalt betroffene Gemeinden.
Aufgrund dieser Arbeit ist auch das FrayBa selbst von Repression betroffen. Im Kontext einer Politik der zunehmenden Vermarktung von Chiapas für den Tourismus, wird das Zentrum durch sein Anprangern von Menschenrechtsverletzungen zum Feind des staatlichen Narrativs des „sicheren Urlaubsparadieses“ Chiapas. So wurden in den letzten Jahren Mitarbeitende immer wieder bedroht, in einem Fall kam es zu einer Entführung.
Auf der Webseite des FrayBas gibt es regelmäßig Urgent Actions, die Menschen weltweit unterschreiben können, um Druck auf die mexikanischen Behörden auszuüben – denn es ist notwendig, wie es eine Mitarbeiterin des FrayBas öfters betonte, die Solidarität zu globalisieren.

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