Antwort auf unseren Solidaritätsbrief in den Cauca

9.6.2026
 

Letzte Woche haben wir eine Antwort auf unseren Solidaritätsbrief an den afrokolumbianischen Gemeindeselbstverwaltungsrat von Cajibio erhalten.

Zusammen mit unseren Freund*innen der kollektiven Kaffeerösterei La Libertaria aus Lecco/Italien hatten wir ihm unsere Solidarität angesichts des schweren Anschlags am 25. April auf der Panamericana-Schnellstraße ausgedrückt. Unter den 21 Menschen, die bei diesem Anschlag ermordet wurden, waren 11 Menschen aus der Gemeinde La Pedregosa, eine der Gemeinden innerhalb des afrokolumbianischen Selbstverwaltungsrates von Cajibio und eine der Gemeinden, aus denen unsere Panela Los Tres kommt.

In dem Schreiben stellen sie ihr Territorio, ihre Geschichte der Versklavung und als Frohndienst-Pächter, ihre Organisierung und ihren Kampf um die Selbstverwaltung ihrer Gemeinde dar. Außerdem unterstreichen sie, wie sie als Gemeinde immer wieder Opfer des bewaffneten Konflikts geworden sind und dadurch ihre grundlegenden kollektiven Rechte verletzt wurden und schwere auch psychosoziale Schäden verursacht wurden.

An uns gewandt schreiben sie weiter:

„Liebe Compañeros und Compañeras,

wir danken euch von ganzem Herzen für euren einfühlsamen Brief, in dem ihr ebenso euer Beileid angesichts des schmerzhaften Anschlags vom 25. April wie eure Ablehnung gegen diese Tat zum Ausdruck gebracht habt. In Zeiten solcher Unsicherheit und solchen Leids gibt uns das Wissen, dass unser Ruf nach Leben in Europa Widerhall findet, die Kraft, vor Ort weiter Widerstand zu leisten.
Wir schätzen die zentralen Botschaften eurer Unterstützung sehr:

Euer Mitgefühl für unseren Schmerz und eure Verbundenheit mit den Opfern sowie ihren Familien lindert zum Teil die Verzweiflung durch den Krieg.

Euren Engagement für den Panela-Prozess von Los Tres zeigt, dass Solidarität über das Kommerzielle hinausgeht.

Eure Forderung nach kollektivem Schutz, Wiedergutmachung und Nichtwiederholung ist ein sehr wichtiges internationales Echo für unsere Sicherheit.

Zu wissen, dass eure Kund*innen unsere Realität kennenlernen, durchbricht die Isolation, der uns die bewaffneten Akteure unterwerfen wollen.

Trotz der gewalttätigen Dynamiken, die versuchen, das Leben in Cauca auszulöschen, bekräftigen wir unsere unerschütterliche Entschlossenheit, durch unsere Produktionsprozesse weiterhin Frieden, Würde und Autonomie zu schaffen.“

 
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